Jugenadarbeit und Schule / Schulbezogene Sozialarbeit

Zusammenfassung Fachtag: „Profilentwicklung schulbezogene Jugend(sozial)arbeit in Steglitz-Zehlendorf“ vom 26.05.2014

Themenschwerpunkt des vierten Fachtages mit den Fachkräften der bezirklichen Schulstationen und des Programms „Jugendarbeit an Berliner Schulen“ ist die gemeinsame Profilentwicklung im Kontext zunehmender sozialräumlicher Kooperationsbestrebungen sowie steigender Anforderungen an die Gestaltung von Kooperationen und Netzwerken.
Der Fachtag wird vom Jugendamt Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem SFBB (Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg) durchgeführt und findet im Jagdschloss Glienicke statt.

Ablauf, Inhalte und Ergebnisse des Fachtages:

Der Vormittag:

Zunächst stehen die fachliche und theoretische Einordnung aktueller Entwicklungstendenzen in der Kinder- und Jugendhilfe, verschiedener Ansätze der Schulsozialarbeit und daraus abgeleitete Impulse für die Weiterntwicklung des Profils der schulebezogenen Jugend(sozial)arbeit in Steglitz-Zehlendorf im Vordergrund.
Nach kurzer Kaffeepause und Diskussion der Beiträge erstellen die jeweiligen Standorte eigene Netzwerkkarten zu ihren Kooperationen.

Inputs:

Netzwerkkarten:

  • Jeder Standort (Schulstation und „Jugendarbeit an Berliner Schulen“) erstellt eine Netzwerkkarte zu aktuell bestehenden (blaue Farbe) und wünschenswerten (grüne Farbe) Kooperationen.
  • Anschließend werden die Hauptaufgaben innerhalb der Kooperationen benannt. In einem „Rundgang“ werden die Netzwerkkarten gegenseitig präsentiert.
  • Ziele sind das Sichtbarmachen der gegenwärtigen (IST-Stand) und wünschenswerten (SOLL-Stand) sozialräumlichen Kooperationsbeziehungen, die Identifikation der relevanten Akteure im Umfeld, die Reflektion der Beziehungsqualitäten und Aufgabenbereiche innerhalb der Kooperationen sowie die Sammlung erster Ideen für die Weiterentwicklung.
  • Ergebnisse der standortbezogenen Arbeit:

Netzwerkkarten der Standorte

Der Nachmittag:

Nach der Mittagspause werden mittels einer systemischen Methode und unter Einbeziehung möglichst aller relevanten Perspektiven konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des Profils der schulbezogenen Jugend(sozial)arbeit im sozialräumlichen Kontext entwickelt und Verabredungen zur weiteren Vorgehensweise getroffen.

Zur Methode: „Konzeptentwicklung systemisch“ (nach B. Heitger):

Ziele der Methode:

  •     Herausarbeiten des Für und Wider
  •     Integration aller relevanten Perspektiven in die Weiterentwicklung
  •     Klärung von Vernetzungs- und Kooperationsfragen
  •     Systembezogene Weiterentwicklung

Durchführung der Methode

1. Impulse zur Weiterentwicklung (Linda Ortleb und Reinhard Hoffmann):

  •     Veränderter gesellschaftlicher Kontext und neue Herausforderungen
  •     Eigenständigkeit der Jugendhilfe beachten
  •     Perspektive erweitern: von der  Schule zum Sozialraum
  •     Schule für den Sozialraum und Kooperationen öffnen
  •     Schule ist zentraler Lebensort, aber Lebenswelt ist mehr
  •     Bildung findet an vielen verschiedenen Orten statt
  •     Ergänzung zum curricularen Lernen
  •     Jugendarbeit vermittelt soziale Kompetenzen zur Lebensbewältigung

2. Bildung eines Innen- und eines Außenkreises (Innenkreis: jeweils 5 Personen Pro – und Kontra; Außenkreis: jeweilige Perspektiven (Eltern, Schulleiter, Schüler/innen, Lehrer/innen, Politik, freie Träger, Jugendamt, Kita, Jugendfreizeiteinrichtung…)

3. Diskussion und Impulse:  Innenkreis diskutiert Pro- und Kontraargumente; Außenkreis hört zu und gibt anschließend Impulse zur Weiterentwicklung des Profils aus der jeweiligen Perspektive (Was spricht mich besonders an? Warum würde ich die Weiterentwicklung aus meiner Perspektive unterstützen? Welche Bedenken habe ich? Welche Hinweise würde ich geben?)

Die Pro-Kontra-Diskussion und die Impulse zur Weiterentwicklung aus den verschiedenen Perspektiven umfassten u. a. folgende zentralen Aspekte/Fragestellungen:

  • In Bezug auf die Struktur und Steuerung des Prozesses:
  •  Wer koordiniert/übernimmt Verantwortung für den Prozess?
  • Wie wird mit Konkurrenz in multiprofessionellen Teams umgegangen?
  • Welche Professionen brauche ich für welche Unterstützung im Prozess?
  • Wie wird der „Raum“, in dem Vernetzung statt finden soll definiert?
  • Wie erfolgt die Steuerung im Einzelfall, wie wird Verantwortung abgestimmt?
  • Welcher Bedarf besteht vor Ort, wie wird er erhoben und welche passgenauen Angebote/Methoden können dazu entwickelt werden?
  • Beziehung braucht Zeit vor Ort!
  • Mehr Qualität braucht mehr Ressourcen!
  • Es sollte ein gemeinsames Budget (einen gemeinsamen „Topf“) für Schule und Jugendhilfe geben!
  • Die vorhandenen Strukturen sind gut!
  •    In Bezug auf die Handlungsebene bzw. konkrete Umsetzung vor Ort:
  • Aufträge und Rollen, jeweilige Aufgaben und Verantwortungen vor Ort sind zu klären!
  • Wie können Lehrkräfte, Kinder und Eltern einbezogen werden?
  • Generationenübergreifende Projekte sind wünschenswert (Nachbarschaft und Ehrenamt einbeziehen)!
  • Aufwertung der Jugendarbeit!
  • Jugendarbeit muss aktive Rolle einnehmen!
  • Haben alle die richtigen Kompetenzen?
  • Wird instrumentelles Denken an Stelle von Beziehungsarbeit gesetzt?
  •     In Bezug auf die Ziele der Weiterentwicklung:
  • Was bedeutet das konkret?
  • Woran erkenne ich die Zielerreichung?
  • Wie profitieren die Menschen?
  • Wie nachhaltig sind Projekte?

4.    Feedback durch Impulsgeber

5.    Verabredungen für das weitere Verfahren mit den Ergebnissen:

Die Ergebnisse werden zur Entwicklung weiterer Maßnahmen und geeigneter Formate der Weiterentwicklung in die AG „Koordinator/innen der schulbezogenen Jugend(sozial)arbeit in Steglitz-Zehlendorf“ und das AP B1: „Weiterentwicklung der schulbezogenen Jugend(sozial)arbeit“ eingebracht. Die Schulsozialarbeiter/innen werden weiterhin im Rahmen der Fachtage oder regionaler Foren intensiv an dem Weiterentwicklungsprozess beteiligt. Darüber hinaus werden zunächst die Jugendfreizeiteinrichtungen und
(Grund-)schulen umfassend in die Weiterentwicklung einbezogen.

 

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